New York - US-Schriftsteller Peter Matthiessen, der mit Romanen und Sachbüchern über die unberührte Natur mehrere Literaturpreise gewann, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Nach Angaben seines Sohnes Alex erlag der Autor am Samstag zuhause in dem Ort Sagaponack unweit von New York den Folgen von Leukämie.

Matthiessen war 1978 mit dem Roman "Auf der Spur des Schneeleoparden" international bekanntgeworden. Sein letzter Titel "In Paradise" soll am Dienstag vom Verlag Riverhead Books im englischen Original herausgegeben werden, berichtete die "New York Times".

Matthiessen gehörte einer Gruppe von Schriftstellern an, unter ihnen Kurt Vonnegut und E.L. Doctorow, die über Jahre in Manhattan und dem vorgelagerten Long Island zusammenkamen. Obwohl die meisten seiner rund 30 Buchtitel sich der Wildnis und wenig erforschten Kulturen in Afrika, Asien und Südamerika widmeten, betrachtete Matthiessen sich selbst vor allem als Romanautor. Oft setzte er seine Protagonisten in unwegsame Gebiete, die er zuvor auf einer seiner Abenteuerreisen erkundet hatte. Der Paläontologe Stephen Jay Gould rühmte seinen Landsmann einmal als den "größten literarischen Naturbeschreiber unserer Zeit".

Matthiessen war als Abkömmling einer betuchten norwegischen Walfängerfamilie in New York zur Welt gekommen und hatte die besten Schulen besucht. Neben seiner Schriftstellerei betätigte er sich als Journalist, Umweltschützer, Zen-Buddhist und professioneller Angler. In den 1950er Jahren arbeitete er vorübergehend als Agent des amerikanischen Geheimdienstes CIA in Paris.

Er wurde 1979 mit dem National Book Award der USA in der Kategorie Zeitgenössische Gedanken für "Auf der Spur des Schneeleoparden" ausgezeichnet. Ein Jahr später brachte ihm der Titel auch den National Book Award als bestes Sachbuch ein. 2008 gewann er den höchsten Literaturpreis der USA ein drittes Mal, für seinen Roman "Shadow Country".