Berlin/Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe soll über den umstrittenen Sanierungsplan für den Suhrkamp Verlag entscheiden.

Miteigentümer Hans Barlach hat Beschwerde bei der letzten zivilgerichtlichen Instanz eingelegt, wie der BGH am Donnerstag auf dpa-Anfrage mitteilte. Über einen möglichen Verhandlungstermin sei noch nicht entschieden, dies könne Monate dauern, hieß es.

Als vorige Instanz hatte das Landgericht Berlin Barlachs Beschwerde gegen den Insolvenzplan am 24. Februar abgewiesen. Das Gericht erlaubte ihm jedoch den Weg zum BGH, wie Amtsgerichtssprecher Ulrich Wimmer bestätigte. Der Suhrkamp Verlag wiederum hat gegen diese Entscheidung Widerspruch eingelegt. Bisher sei über den Antrag aber noch nicht entschieden, sagte Pressesprecherin Tanja Postpischil. Sollte das Gericht dem Suhrkamp-Antrag stattgeben, wäre die Klage in Karlsruhe hinfällig. Auch hier gibt es noch keinen Termin.

Der Insolvenzplan sieht vor, den traditionsreichen Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Barlach, der mit 39 Prozent am Unternehmen beteiligt ist, verlöre dadurch weitreichende Mitspracherechte. Er versucht den Plan von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz (61 Prozent) deshalb zu verhindern. Die beiden Gesellschafter sind seit Jahren zutiefst zerstritten.