New York/München - Die US-Autorin Donna Tartt (50) hat für ihren Roman "Der Distelfink" bei der Verleihung der Pulitzer-Preise in New York den Hauptpreis in Literatur erhalten. Nach Ansicht der Jury ist der Roman "wunderschön geschrieben" und die Charaktere sind "ausgezeichnet entworfen".

Der Goldmann Verlag, der das Buch auf Deutsch herausgebracht hat, reagierte mit Begeisterung. "Das ist ein Meisterwerk. Es ist schön, dass das anerkannt wird", sagte eine Verlagssprecherin am Dienstag in München der Nachrichtenagentur dpa. "Wir haben gestern Abend gejubelt."

Der Roman schildert den Kampf eines Jungen, nachdem seine Mutter bei einem Museumsbesuch durch einen Bombenanschlag ums Leben gekommen ist. Der 13-Jährige gerät inmitten des Durcheinanders unverhofft in den Besitz des Bildes "Der Distelfink", das Meisterwerk eines Rembrandt-Schülers. Obwohl der Junge weiß, dass es Unrecht ist, wird er das Bild 14 Jahre lang verstecken. Langsam gerät er auf die schiefe Bahn.

Aktuell rangiert "Der Distelfink" in der Spiegel-Bestsellerliste für Belletristik auf Platz drei. Es ist Tartts dritter Roman, der nach einer langen Pause erschien. 1992 war der Autorin mit ihrem Debütroman "Die geheime Geschichte" der Durchbruch gelungen. Erst zehn Jahre später erschien ihr zweites Buch "Der kleine Freund".