Berlin - Der neue Berliner Kulturstaatssekretär und bisherige Musikproduzent Tim Renner hat die Buchbranche davor gewarnt, den digitalen Wandel zu verpassen.

"Einen Formatwechsel moderiert man nicht, indem man ihn verzögert, sondern indem man ihn konsequent und entschlossen angeht", schrieb Renner für die Wochenzeitung "Die Zeit". Bis heute gebe es jedoch kein legales Portal, auf dem wirklich die meisten Buchtitel digital erhältlich seien.

Renner verwies auf die Erfahrungen der Musikindustrie. Die globale Musikwirtschaft habe zwischen 2001 und 2011 die Hälfte ihres Umsatzes verloren, weil sie sich lange den neuen technischen Gegebenheiten verschlossen habe. "Sie hat ihre Fehler spät erkannt, dann korrigiert, aber zuvor einen hohen Preis bezahlen müssen", so Renner.

Wichtig sei es zu verstehen, dass sich alte Geschäftsmodelle nicht immer auf die neue Welt übertragen ließen. Der bisherige Geschäftsführer der Musikfirma Motor Entertainment GmbH hatte am Montag sein Amt als neuer Kulturstaatssekretär in Berlin angetreten.