Wien - Ein bisher verschollen geglaubtes Werk von Arthur Schnitzler ist in Großbritannien entdeckt worden. Bei Studien in Cambridge ist im dortigen Nachlass von Schnitzler (1862-1931) eine frühe Novelle des österreichischen Erzählers und Dramatikers gefunden worden.

"Später Ruhm" handle vom Traum junger Literaten, es gegen alle Widerstände und Traditionen zum geachteten Schriftsteller zu bringen, sagte der Programmleiter des Wiener Zsolnay-Verlags, Herbert Ohrlinger, am Montag. Schnitzler habe die Erzählung 1894 verfasst, ein Jahr nach "Anatol" und ein Jahr vor der "Liebelei", die seinen Durchbruch bedeutete.

Zwei Germanisten des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Geschichte und Theorie der Biographie waren nach Verlagsangaben 2013 auf das Typoskript gestoßen. Es war von der Sekretärin Schnitzlers getippt und mit einigen wenigen handschriftlichen Anmerkungen seines Sohnes versehen worden. Es tauchte zwar im Werkverzeichnis auf, galt aber bisher als verschollen.

Schnitzler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne. Für einen Skandal sorgte 1920 sein Stück "Reigen", in dem in zehn Dialogen über die Mechanismen der Verführung gesprochen wird.