Frankfurt/Main - Als Autorin ist die Nigerianerin Chimamanda Ngozi Adichie erst in den USA groß herausgekommen.

"Ich habe mich nie als Schwarze empfunden", sagte die 36-Jährige am Montagabend in Frankfurt zum Auftakt einer Lesereise durch Deutschland und die Schweiz. Erst beim Studium in den USA sei ihr das bewusstgeworden. Dort seien Leistungen von Schwarzen immer was Besonderes. In Nigeria mache sich darüber niemand Gedanken, sagte die Autorin im Literaturhaus. Ihr weltumspannendes Epos "Americanah" hatte in den Feuilletons große Resonanz gefunden.

Im Roman setzt sich Adichies Protagonistin Ifemelu, die an einer Eliteuni in den USA studiert, mit dem dortigen Rassismus und der Korruption in Nigeria gleichermaßen auseinander. Zugleich geht es im Buch um eine große Liebesgeschichte zwischen den Kontinenten.

Ihr Leben in den USA sei einfacher gewesen als das von Ifemelu, berichtete Adichie. Sie ist Absolventin der amerikanischen Top-Universität Yale, lebt aber jetzt wieder meist in der nigerianischen Metropole Lagos. "Americanah" werden die Nigerianer genannt, die in ihre Heimat zurückkehren.

Chimamanda Ngozi Adichie: "Americanah", Roman, aus dem Englischen von Anette Gruber, S. Fischer, 608 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 978-3-10-000626-4