Darmstadt - Der Historiker Jürgen Osterhammel erhält in diesem Jahr den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht an die freie Publizistin Carolin Emcke.

Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Freitag in Darmstadt mit. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 20 000 Euro dotiert.

Dem Konstanzer Professor Osterhammel gelinge es, "politische und sozioökonomische, kulturelle und mentale Geschichte in einer wahrhaft globalen, nicht mehr auf Europa oder "den Westen" ausgerichteten Perspektive zu erzählen", teilte die Akademie mit. Der 62-Jährige betreibe mit seinen Büchern "historische Aufklärung im schönsten Sinne des Wortes". Viel Aufmerksamkeit erhielt vor allem Osterhammels Buch "Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts" (2009).

Die 46-Jährige Wahl-Berlinerin Emcke verbinde bei ihren Berichten aus Krisengebieten der Welt "genaueste Beobachtung und analytische Präzision mit erzählerischer Kraft", befand die Jury. Ihre Reportagen und Essays seien "frei von Sensationslust und getragen von dem Bemühen, den Sprachlosen Gehör zu verschaffen".

Beide Auszeichnungen werden zusammen mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis am 25. Oktober in Darmstadt verliehen. Diese Auszeichnung geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Jürgen Becker, wie bereits bekanntgegeben wurde.