Göttingen - Der Schriftsteller und Journalist Wilhelm Genazino und der Autor Janusz Rudnicki haben den deutsch-polnischen Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis erhalten.

Die mit zweimal 5000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am Sonntag in Göttingen vergeben. Der Preis wird gemeinsam von der Stadt Göttingen und ihrer polnischen Partnerstadt Thorn verliehen.

Genazino (71) war zunächst als Journalist tätig, unter anderem für die Satire-Zeitschrift-Pardon. Seit 1971 arbeitet er als freier Schriftsteller. Seine Romane und Essays zeichnen sich durch eine "Melange von Melancholie und Komik" aus, urteilte die Jury.

Der in Polen geborene Rudnicki (57), der seit mehr als 30 Jahren in Hamburg lebt, schreibe "provokant, befreit von sozialen wie ästhetischen Konventionen". Er produziere Texte "voll von chaotischem Handeln, blühendem Humor und starker Ironie, heißt es in der Würdigung. Mit dem Preis werden Künstler ausgezeichnet, "deren Wort Ideale und Werte schafft, die Menschen, Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen".

Zu früheren Preisträgern zählen Günter Grass, Siegfried Lenz, Christa Wolf, Sarah Kirsch und Herta Müller. Der Preis erinnert an den Sprachforscher Samuel Bogumil Linde (1771 - 1847).