Berlin - Der französische Philosoph Michel de Montaigne (1533-1592) hat schöne und kluge Worte gesagt.

Die Konzentration auf den Augenblick hat er zum Beispiel einmal folgendermaßen ebenso lapidar wie prägnant zusammengefasst: "Wenn ich tanze, tanze ich und wenn ich schlafe, schlafe ich". In seinen rund 600 Seiten umfassenden Essais hat er zu den unterschiedlichsten Aspekten des Lebens Stellung genommen.

Wem diese Lektüre zu mühsam ist, dem sei jetzt das Büchlein "Ein Sommer mit Montaigne" von Antoine Compagnon empfohlen. Unter 40 Begriffen wie etwa "Die Gesprächskunst", "Die Redlichkeit", "Eine tragische Lektion" oder "Die verlorene Zeit" stellt der Pariser Literaturprofessor zentrale Themen aus Montaignes Philosophie vor, knapp, verständlich und präzise.

Wir erkennen: Obwohl uns 500 Jahre von Montaigne trennen, war er in vielerlei Hinsicht ein erstaunlich moderner Mann, der etwa für Gerechtigkeit und Gleichheit oder gegen die Folter eintrat.