München - Haben Sie schon einmal von einer Sprache namens Ubychisch gehört? Sicherlich nicht. Tatsächlich ist die Sprache auch schon seit über 20 Jahren ausgestorben.

Sie wurde im westlichen Kaukasus gesprochen. Da die letzten Sprecher ins türkische Exil gezwungen wurden, verlor sie sich mit der Zeit. Das ist schade, denn diese Sprache entbehrte nicht einer gewissen Originalität. Sie bestand nämlich fast nur aus Konsonanten. Zudem konnte sie Verben fast beliebig lang aneinanderreihen, so dass Wortungetümer von bis zu 40 Buchstaben entstanden.

Der Australier Nicholas Evans stellt Ulbychisch und andere bereits ausgestorbene oder bedrohte Sprachen in seinem Buch "Wenn Sprachen sterben" vor. Er zeigt nicht nur die Gründe für den Untergang von Sprachen auf, sondern auch den Kampf der Wissenschaftler, bedrohte Sprachen zu dokumentieren und vor dem Vergessen zu retten.

Denn mit jeder Sprache stirbt auch ein Stück Kultur. Ein Buch, das Sprach- und Kulturgeschichte auf spannende Art miteinander verknüpft.