Weimar - Ein Autotransporter ist in Weimar ungebremst gegen eine Hauswand des Goethe- und Schiller-Archivs gefahren. Der Fahrer (38) wurde am Montag schwer verletzt und konnte erst drei Stunden nach dem Unfall aus dem Führerhaus befreit werden.

Das Gebäude wurde leicht beschädigt, wie die Klassik Stiftung Weimar mitteilte. Ein Statiker sei beauftragt worden, die Wände auf mögliche Risse zu überprüfen. Alle acht Fahrzeuge auf dem Laster wurden beschädigt. Die Polizei rechnete mit mehreren Hunderttausend Euro Kosten. Das älteste Literaturarchiv Deutschlands - 1896 eröffnet - verwahrt Handschriften der beiden Namensgeber sowie mehr als 130 Künstlernachlässe.

Dem Transporter-Fahrer war am Morgen nach Angaben der Polizei während der Fahrt schlecht geworden. Er verlor die Kontrolle über den Laster, rammte ein Auto, fuhr eine Ampelanlage um, durchbrach einen Zaun vor dem Archiv und prallte gegen eine Wand und ein Fenster. Der 21 Jahre alte Fahrer des gerammten Autos wurde nur leicht verletzt.

"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagte der stellvertretende Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs, Manfred Koltes, der Nachrichtenagentur dpa. Durch den Aufprall sei ein Teil des Gebäudes "erzittert". Die Bestände seien unversehrt geblieben, betonte er. Das rund 120 Jahre alte Archiv wurde vor zwei Jahren nach einer umfangreichen Sanierung wiedereröffnet. Es liegt an der Bundesstraße 7, die nach dem Unfall mehrere Stunden gesperrt war.