Teheran - Erstmals sollen Liebesgedichte des 1994 verstorbenen amerikanischen Kultautoren Charles Bukowski im Iran veröffentlicht werden. Wie der Verlag "Land der Ahuraji" mitteilte, wurden die Werke des exzentrischen Schriftsellers von Aliresa Behnam ins Persische übersetzt.

Die Gedichte, Kurzgeschichten und Romane des 1920 im rheinland-pfälzischen Andernach geborenen Amerikaners sind hauptsächlich autobiografisch und drehen sich meist um seine Erfahrungen mit Prostituierten, Sex und Alkohol. Unklar ist noch, inwieweit die Übersetzung am Original geblieben ist.

Im Iran müssen Bücher zunächst von einem Kontrollgremium im Kultusministerium genehmigt werden. Dieses Gremium hat sehr strenge Kriterien, insbesondere wenn es um erotische Inhalte geht. In solchen Fällen wird das Buch verboten oder ganze Passagen müssen weggelassen oder umgeschrieben werden. Eine Genehmigung kann auch noch nach der Veröffentlichung zurückgezogen werden.

Ein Beispiel ist der Roman "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel Garcia Marquez. Statt Huren wurde im Titel der Begriff Schätzchen benutzt und die Veröffentlichung überhaupt ermöglicht. Kurz darauf hielt das Gremium das Buch doch für unmoralisch und "prostitutionsfördernd". Das Verbot weckte erst recht das Interesse der Iraner, die auf dem Schwarzmarkt den doppelten Preis bezahlten.