Hamburg/Flensburg - Im Privatarchiv des Schriftstellers Siegfried Lenz ("Deutschstunde") sind laut einem Bericht des "Flensburger Tageblatts" rund 80 bisher unbekannte Gedichte gefunden worden.

Bisher sei nicht bekanntgewesen, dass Lenz lyrisch gearbeitet habe, sagte Günter Berg, Vorstand der Siegfried-Lenz-Stiftung in Hamburg und ehemaliger Geschäftsführer des Hoffmann und Campe-Verlags, der Zeitung.

Die Gedichte seien nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen 1947 und 1949 entstanden, sagte Berg. Lenz setze sich darin mit seinen Kriegserlebnissen, aber auch mit dem schwierigen Übergang in ein normales bürgerliches Leben im Nachkriegsdeutschland auseinander. Ob die Gedichte veröffentlicht werden, sei noch nicht entschieden.

Der 88 Jahre alte Lenz hatte im Juni in Hamburg die gemeinnützige Siegfried-Lenz-Stiftung ins Leben gerufen, die sein Werk wissenschaftlich aufarbeiten soll. Das persönliche Archiv des Schriftstellers soll an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach gehen.