Berlin - Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller hat das russische Vorgehen in der Ostukraine scharf kritisiert.

Präsident Wladimir Putin mache das Nachbarland mit einer "dreckigen Propaganda" und einem "verlogenen Krieg" kaputt, sagte die 61-jährige Autorin in einem Interview von "Cicero Online" und dem Louisiana Channel.

Wie der russische Präsident die Ukraine destabilisiere und infiltriere, sei unerhört: "Das macht mich krank", so Müller. Putin könne einfach nicht akzeptieren, dass es die Sowjetunion nicht mehr gebe.

Herta Müller ist während der Ceausescu-Diktatur in Rumänien aufgewachsen. Sie habe sich nicht vorstellen können, dass die Diktatur in Russland so zurückkehre, sagte sie. "Das ist noch viel schlimmer, als was wir damals in der Zeit der Diktatur hatten."

Louisiana Channel ist die Videoplattform des Louisiana Museum of Modern Art in Humlebaek in der Nähe von Kopenhagen. Der Online-Auftritt des Magazins "Cicero" ist dessen Kooperationspartner in Deutschland.