Wien - Sigmund Freuds heutige Bekanntheit geht vor allem auch auf seinen Einfluss in der Kultur zurück.

Die provokanten Theorien des Psychologen beeinflussten zahlreiche Schriftsteller, so Alfred Döblin ("Berlin Alexanderplatz"), Robert Musil ("Der Mann ohne Eigenschaften") und Thomas Mann. In dessen "Zauberberg" tritt zum Beispiel der "Seelenzergliederer" Dr. Krokowski auf - das betreffende Kapitel heißt "Analyse".

In der Malerei ist die surrealistische Kunst des Salvador Dalí stark von Freuds Theorie der Verdrängung inspiriert. Der Maler besuchte sein Idol 1938, aber da er weder Deutsch noch Englisch sprach, konnte er sich nicht mit ihm unterhalten. Freud mochte ihn nicht.

Auf Hollywood übte die Lehre von den dunklen Trieben eine große Anziehungskraft aus. Bei Woody Allen gehört ein Psychiater mit Freud-Couch fast zum festen Repertoire. Auch in den Filmen Alfred Hitchcocks wimmelt es von Motiven aus der Psychoanalyse. Vor allem die übermächtige Mutter aus dem Gruselschocker "Psycho" scheint einem Freudschen Lehrbuch zu entstammen.

Auch die Figur Sigmund Freud selbst taucht immer wieder in Filmen auf, etwa in "Star Trek" oder zuletzt in einer zentralen Rolle in dem Kinofilm "Eine dunkle Begierde". Dort wird der Wiener Psychiater von Viggo Mortensen ("Der Herr der Ringe") verkörpert, sein Schüler Carl Gustav Jung von Michael Fassbender und die Patientin Sabina Spielrein von Keira Knightley.