Zürich - Der Zürcher Secession Verlag hat die Auslieferung des Buchs "Bergsteigen im Flachland" des Schweizer Schriftstellers Urs Mannhart nach Plagiatsvorwürfen gestoppt.

Vorausgegangen war eine Entscheidung des Handelsgerichts Zürich, die Klage eines österreichischen Journalisten zuzulassen. Für das Buch dürfe auch nicht mehr geworben werden, und Mannhart dürfe keine Lesungen daraus halten, teilte der Verlag weiter mit.

Der Kläger Thomas Brunnsteiner wirft Mannhart laut Verlag vor, für das im Mai erschienene Buch "Bergsteigen im Flachland" bei insgesamt 114 Textstellen Material aus seinen Reportagen verwendet zu haben. Mit der Entscheidung, die Klage zuzulassen und alle Verkaufs- und Werbeaktivitäten zu stoppen, verkenne das Gericht, dass es sich bei dem Buch um ein "fiktionales Werk handelt, das wie fast jedes andere fiktionale Buch auch Material und Fakten aus nichtfiktionalen Werken" aufnehme, kritisierte der Verlag.

Mannhart selbst erklärte: "Ich stehe unter Schock." Er lebe vom Honorar für Lesungen. Das Verbot sei eine "haarsträubende Unverhältnismäßigkeit" und ein Angriff auf die Literatur.

Der heute 39 Jahre alte Mannhart hatte mit seinem 2004 erschienene Romandebüt "Luchs" einen Bestseller in der Schweiz gelandet. 2006 war er Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB).