Berlin - Eisenbahnen, Postdampfer und Telegrafen - sie waren Ende des 19. Jahrhunderts das "Viktorianische Internet" und ließen die Welt "zusammenschrumpfen", wie eine Ausstellung im Berliner Museum für Kommunikation zeigt.

"In 80 Dingen um die Welt. Der Jules-Verne-Code" heißt die Schau, die Geschichte und Geschichten der Globalisierung erzählt. Ausgangspunkt ist der Roman "In 80 Tagen um die Welt" des französischen Schriftstellers Jules Verne (1828-1905).

Der Autor habe ein "auffällig unauffälliges Leben" geführt, so die Ausstellungsmacher. Er war fasziniert von den technischen Neuerungen jener Zeit. Aber: "Die Beschreibungen all der Länder, die er selbst nie besucht, der Ereignisse, die er selbst nie erlebt hat, saugt er aus Reiseberichten, Nachschlagewerken und akribisch ausgewerteten Zeitungen." So wie es auch heute möglich ist, "in 80 Clicks um die Welt" zu reisen.

In der Ausstellung zeichnen 80 Dinge die Reise von Vernes Romanheld Phileas Fogg um den Globus nach - von London über Paris und Bombay bis nach Yokohama, durch die USA und zurück. Zu sehen ist zunächst Vernes Globus, der auf seinem Schreibtisch in Amiens stand und auf dem er Notizen hinterließ. Foggs Reise wird dann dokumentiert unter anderem durch ein Stück des ersten Telefonkabels, einen Spazierstock mit integriertem Kompass, eine Weltkarte aus chinesischer Sicht und einen klappbaren Reiseschreibtisch.

Den Bogen zur Gegenwart schlägt die Ausstellung mit einer Weltkarte, die der Besucher allein mit Gesten steuern und verändern kann. Mit einer anderen Computeranwendung können Karten von verschiedenen Weltmetropolen verglichen werden und zum Beispiel die Grünanlagen der Städte oder die jeweiligen Verkehrsströme beobachtet werden. Die Ausstellung ist bis zum 22. Februar zu sehen.