Berlin - Ein Mann wird von den Innereien eines explodierenden Wals fast erschlagen, ein anderer kommt im Pool auf einem Wiener Hochhaus offensichtlich durch einen Haiangriff ums Leben: Der Schriftsteller Heinrich Steinfest ist Herr der skurrilen Welten.

Seine Fans lieben ihn für seine Krimis, in denen der einarmige Detektiv Markus Cheng ermittelt.

Auch die Auseinandersetzung mit dem Moment der Peinlichkeit sei ein wichtiger Aspekt in seinem Schreiben und Leben, sagt Steinfest der Nachrichtenagentur dpa. "Ich bin ja ein zutiefst ängstlicher Mensch", meint der erklärte Nesthocker, der in Australien geboren wurde, in Wien aufwuchs und in Stuttgart lebt.

In seiner schwäbischen Wahlheimat engagiert sich der 53-Jährige gegen das umstrittene Bahnhof-Bauprojekt Stuttgart 21. In seinem 2011 erschienenen Krimi "Wo die Löwen weinen" machte der Autor seinem Ärger darüber Luft. "Dies ist ein Roman über das Vorhaben, eine Stadt zu ermorden", schreibt der Träger des Deutschen Krimi Preises und des Heimito-von-Doderer-Literaturpreises im Klappentext. "Nie erschien mir die Form des Kriminalromans passender, zwingender, befreiender."

Sein neues Buch "Der Allesforscher" sei ganz sicher jenes mit den stärksten autobiografischen Anteilen, sagt Steinfest. Er widmete den Roman, in dem Klettern eine Rolle spielt, seinem Bruder. Dieser verunglückte vor 30 Jahren beim Bergsteigen tödlich. So lange habe es gebraucht, bis er angefangen habe, sich mit der Leidenschaft seines Bruders für die Berge zu beschäftigen und die Orte aufzusuchen, die sein Leben und Sterben bestimmt hatten, sagt Steinfest seinem Verlag.

Der ungewöhnliche Titel des Romans stammt übrigens von Steinfests Sohn. Er sei unzufrieden mit dem Begriff Universalgelehrter gewesen und habe seinen Sohn gefragt, wie er so jemanden nennen würde. "Aus dem Titel ist dann die Geschichte geschlüpft."