Berlin/Zürich - In Gedenken an den im Juni gestorbenen Journalisten und Publizisten Frank Schirrmacher soll bis Ende des Jahres eine Stiftung gegründet werden.

Ziel der deutsch-schweizerischen Initiative sei es, das Werk und die Werte Schirrmachers zu pflegen und weiterzutragen, teilte Mitinitiator Martin Meyer, Autor und Chef des Feuilletons der "Neuen Zürcher Zeitung", mit. Ab 2015 wolle die Stiftung den mit 20 000 Schweizer Franken dotierten Frank-Schirrmacher-Preis für "herausragende Leistungen zum Verständnis unseres Zeitgeschehens" einmal im Jahr vergeben.

Die Stiftung werde zunächst mit 50 000 Schweizer Franken aus Privatvermögen ausgestattet, sagte Meyer. Neben Autoren aus den Geistes- und Naturwissenschaften könnten künftig auch Politiker mit dem Preis ausgezeichnet werden.

Zu den Initiatoren gehören neben Meyer auch Günther Nonnenmacher, Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"), Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Verlags Axel Springer, und der Publizist und Bankier Michael Gotthelf. Er gehört auch zu den Initiatoren des Ludwig-Börne-Literaturpreises.

Schirrmacher war am 12. Juni im Alter von 54 Jahren nach einem Herzinfarkt gestorben. Er war seit 1994 einer der Herausgeber der "FAZ" und prägte gesellschaftliche Debatten auch mit Bestsellern. Darunter war zum Beispiel sein Buch "Das Methusalem-Komplott", in dem er sich mit dem Problem der Überalterung auseinandersetzte. Im vergangenen Jahr kritisierte Schirrmacher in "Ego" einen Fließband-Egoismus, der das gesamte Sozialwesen erobert habe.