Frankfurt/Main - Ihr Buch wird bereits mit der berühmten persischen Scheherazade verglichen: Die preisgekrönte saudische Autorin Raja Alem hat in "Das Halsband der Tauben" mit einer unglaublichen Fülle von Geschichten ihrer Heimatstadt Mekka ein Denkmal gesetzt.

"Ich habe versucht, die Veränderungen in der Stadt und bei den Menschen zu porträtieren", sagte sie am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse.

Alem provoziert gleich zu Anfang mit einer verstümmelten nackten Frauenleiche, die in der Vielkopfgasse in Mekka gefunden wird. Doch der Kriminalfall ist für Alem lediglich Vehikel für ein großes Panorama der "heiligen Stadt", die sie selbst gar nicht so heilig findet. Korruption und Spekulation sorgen dafür, dass die Altstadt Platz für Hochhäuser und Shopping Malls macht. Diesen Umbruch verwebt Alem mit Familientragödien oder verbotenen Liebesgeschichten.

Frauen haben es schwer im Roman. Doch auf die politische Situation in Saudi-Arabien angesprochen, gibt sich die in Paris lebende Alem zurückhaltend. Die Probleme mit dem wachsenden Materialismus seien eher global zu sehen. Die Kämpfer vom Islamischen Staat (IS) sollten künftig ohne religiösen Bezug einfach als Terroristen bezeichnet werden, fordert sie.

Am Samstag erhält Alem in Frankfurt den LiBeraturpreis. Diese Auszeichnung wird alljährlich an Frauen aus Afrika, Asien oder Lateinamerika verliehen.