Barcelona - Der Mexikaner Jorge Zepeda Patterson hat den diesjährigen Planeta-Preis gewonnen, die höchstdotierte literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt.

Der 61-jährige Journalist erhielt den mit rund 600 000 Euro dotierten Preis für seinen Roman "Milena o el fémur más bello del mundo" (Milena oder der schönste Oberschenkelknochen der Welt).

Der zweite Preis ging an eine Autorin, die ebenfalls für die Medien arbeitet. Wie die Jury in der Nacht zum Donnerstag in Barcelona bekanntgab, erhielt die spanische Journalistin Pilar Eyre die mit 150 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren autobiografischen Liebesroman "Mi color favorito es verte" (etwa: Dich zu sehen, ist meine Lieblingsfarbe). Für den diesjährigen Wettbewerb waren 453 Romane eingereicht worden.

Zepeda Patterson gewann als erster Mexikaner den seit 1952 vergebenen Planeta-Preis. Sein Roman handelt von einer Kroatin, die von einem Zuhälterring gekidnappt und als Prostituierte nach Spanien und Mexiko verschleppt wird. Einflussreiche ehemalige Schulfreunde retten das Leben der Frau. Das Werk ist eine Fortsetzung des ersten Roman "Los corruptores" (Die Bestecher) des Autors, in dem der Mexikaner sich ebenfalls mit der Korruption und dem organisierten Verbrechen auseinandersetzt.

"Ich gehöre zu denen, die glauben, nach zwei Jahrzehnten im Journalismus die finsteren Ecken der Realität besser mit einem Roman beleuchten zu können", sagte der Autor bei der Preisverleihung. Zepeda Patterson hatte seine Karriere in der Wirtschaftsredaktion der spanischen Zeitung "El País" begonnen. 1991 gründete er in der mexikanischen Stadt Guadalajara die Zeitung "Siglo 21", die er 1997 durch "Público" ersetzte. Später arbeitete er in Mexiko-Stadt in führenden Positionen für die Zeitung "El Universal".