Dresden - Erwartet werden die besten Slammer aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz: In Dresden finden von Dienstag an die 18. deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften statt. Die Szene ist in den letzten Jahren stark gewachsen, doch laut Mitveranstalter Christian Meyer noch immer familiär.

"Wenn die Poeten ankommen, ist das wie ein Klassentreffen", sagt der 32-Jährige.

Insgesamt werden die Champions nach 21 Veranstaltungen in den Kategorien Team und Einzel gekürt, das Rahmenprogramm bietet unter anderem einen Rap Slam und einen Song Slam. Während der fünftägigen Meisterschaft rechnen die Veranstalter mit mehr als 6500 Besuchern.

Die Regeln des modernen Dichterwettstreits sind einfach: Der Slammer tritt allein oder im Team mit einem selbst geschriebenen Text gegen die anderen Teilnehmer an. Er hat dabei ein Zeitlimit von wenigen Minuten und darf außer dem Mikro keine weiteren Hilfsmittel benutzen. Publikumsapplaus oder Jurywertung entscheiden über das Weiterkommen. Am Ende winkt ein in der Regel symbolischer Preis.

Vor allem die Autorin und Schauspielerin Julia Engelmann hat Poetry Slam in Deutschland noch bekannter gemacht. Ein Mitschnitt einer ihrer Auftritte wurde Anfang des Jahres mehr als sechs Millionen Mal auf der Videoplattform Youtube aufgerufen.

Tatsächlich gibt es die Dichterschlacht jedoch bereits seit 20 Jahren in Deutschland, in der Literatur- und Kulturszene ist sie längst etabliert. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender strahlen regelmäßig Poetry Slams aus, Bücher der Bühnenpoeten erscheinen in renommierten Verlagen. Seine Anfänge soll der Poetry Slam Mitte der 1980er Jahre in Chicago genommen haben.

Die Meisterschaften bilden in der deutschsprachigen Slam-Szene den Höhepunkt des Jahres und finden immer in verschiedenen Städten statt. Die bislang größten Meisterschaften wurden 2011 in Hamburg ausgerichtet: Zum Einzel-Finale strömten dort 4500 Zuschauer in die O2-World.