Tokio - Es ist einer der erfolgreichsten Exportschlager moderner japanischer Kultur: Manga. Jetzt öffnet sich die japanische Strichmännchen-Kunst auch für ausländische Kreative. So nahmen 50 Künstler aus 16 Ländern am Sonntag beim "International Manga Festival" in der japanischen Hauptstadt Tokio teil.

"Die meisten Japaner kennen nur heimische Manga. Dabei spiegeln Werke mancher japanischen Manga-Zeichner auch ausländische Einflüsse wider, doch das wissen die meisten nicht", sagte Mitorganisatorin Yoko Oikawa. Ausländische Comic-Bücher waren bisher kaum bekannt.

Ein Faktor spielt dabei die Sprachbarriere, zum anderen müssen Fans für die meist aufwendig in Farbe gestalteten ausländischen Werke oft viel bezahlen. Auch das habe bisher dazu beigetragen, dass ausländische Comics bislang wenig bekannt seien. "Dass der Film Spiderman zum Beispiel auf einem Comic basiert, wissen viele Japaner nicht", sagte Oikawa. Doch das soll sich langsam ändern. Das erst zum dritten Mal veranstaltete "International Manga Festival" in Tokio solle hierfür ein Forum zum Austausch und Kennenlernen bieten.

Zugleich beginnen ausländische Künstler, darunter auch Zeichner aus Deutschland, den japanischen Manga-Markt für sich zu entdecken. Für eine Karriere als Manga-Künstler wagen die ersten den Schritt nach Japan. Auch das Interesse an einem Austausch mit den auf Manga spezialisierten japanischen Fachschulen und Universitäten steigt.