Badenweiler - Schauspielerin Vera Tschechowa (74) kehrt rund 20 Jahre nach ihrem Abschied von der Leinwand für einen Abend auf die Bühne zurück - und macht gemeinsame Sache mit dem "Stromberg"-Darsteller Christoph Maria Herbst (48).

Im Kurort Badenweiler bei Freiburg werde sie am 19. Dezember gemeinsam mit Herbst aus den Liebesbriefen ihres Urgroßonkels Anton Tschechow (1860-1904) an seine Frau Olga Knipper (1868-1959) lesen, teilten die Veranstalter mit. Anlass ist das 110. Todesjahr des russischen Schriftstellers. Er ist in Badenweiler gestorben.

Die in Berlin geborene Tschechowa ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen der Nachkriegszeit. Mitte der 1990er Jahre hat sie ihre Arbeit vor der Kamera nach mehr als 50 Film- und Fernsehrollen beendet und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Sie arbeitet seither hinter der Kamera als Produzentin von TV-Dokumentationen.

Ihr Comeback währe nur einen Abend, sagte ein Sprecher der Veranstalter. Das literarische Duett mit Herbst bleibe eine einmalige Angelegenheit. Für die Böll-Verfilmung "Das Brot der frühen Jahre" bekam Tschechowa 1962 den Bundesfilmpreis. 2006 wurde sie beim Hessischen Filmpreis für ihr Lebenswerk geehrt. Bekannt wurde sie durch Filme wie "Zeit der Empfindsamkeit", "Rausch der Verwandlung" und "Tarot" nach Goethes "Wahlverwandtschaften".

Mit ihrem damaligen Ehemann Vadim Glowna drehte sie in den 80er Jahren den Cannes-Beitrag "Desperado City", die Max-Frisch-Verfilmung "Blaubart" und den Spielfilm "Tschechow in meinem Leben" über ihre russische Familie.