München - Der Schriftsteller Ralf Rothmann hat am Freitag in München den Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken 2014 erhalten.

Rothmann habe in seinen Büchern "den Blick für die Würde und Verletzlichkeit, die Sehnsüchte und Beschwernisse des Menschen in seiner Alltäglichkeit geöffnet", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Für Rothmann habe jeder Mensch eine Geschichte und ein Geheimnis, auch jene, die man leicht übersehe: "Das darf man einen durchaus christlichen Blick nennen." Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte, biblische Motive und religiöse Sprachmuster seien in Rothmanns Texten allgegenwärtig. Die Jury verwies in ihrer Begründung auf den Glauben an das Absolute, an die Kraft von Werten, Heilung durch Vergebung und die geläuterte Liebe, der Rothmanns Protagonisten am Leben halte. Ästhetisch überzeuge er durch souveräne Tektonik, meisterhafte Porträtkunst und subtiles Spiel mit literarischen Genres vom Psalm bis zum Bildungsroman.

Die Auszeichnung wird seit 1990 von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken vergeben. Frühere Preisträger waren unter anderen der Dramatiker Tankred Dorst, der Maler Gerhard Richter und der Filmregisseur Theo Angelopoulos.