Frankfurt/Berlin - Ein halbes Jahr nach seinem Tod wird "FAZ"-Mitherausgeber Frank Schirrmacher noch einmal geehrt. Die Jury des Preises "Journalisten des Jahres" sprach ihm die Auszeichnung für das Lebenswerk zu.

Das sagte die Chefredakteurin des Fachblattes "medium magazin", Annette Milz, am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das "medium magazin" verleiht den Preis.

"Frank Schirrmacher wird postum für sein Lebenswerk geehrt, weil er die intellektuellen Debatten dieser Republik wie kein anderer Journalist gefördert und geprägt hat", heißt es zur Begründung. Seit 1994 war Schirrmacher einer der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") und dort für Feuilleton und Wissenschaft verantwortlich. Erfolgreich war er auch als Autor von Büchern wie "Das Methusalem-Komplott". Am 12. Juni erlag er einem Herzinfarkt.

"Er hat das Feuilleton der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zu einem maßgeblichen Ort des gesellschaftspolitischen Diskurses gemacht und ihm damit eine moderne Prägung als "Debatten-Feuilleton" gegeben, die Maßstäbe gesetzt hat", hieß es weiter zur Begründung.

Früher als andere habe Schirrmacher die relevanten Themen einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels durch die Digitalisierung erkannt und gesetzt. "Die Digitalisierung führt auch zu immer intensiveren Debatten über Medieninhalte im Internet. Schirrmacher machte vor, wie Themen seriös zu Kampagnen ausgebaut werden können; und wie sich eine Redaktion einer Debatte stellt, ohne sich journalistisch zu verlieren." Abschließend hieß es: "Seine Inspiration wirkt über seinen Tod hinaus: Von ihm können noch viele vieles lernen."

Die Auszeichnung "Journalisten des Jahres" wird in zwölf Kategorien verliehen. In der Sparte "Lebenswerk" wurden in den Vorjahren unter anderem "Spiegel"-Autor Jürgen Leinemann, ARD-Korrespondent Gerd Ruge, Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller, Sprachkritiker Wolf Schneider und Musikkritiker Joachim Kaiser ausgezeichnet.