London - Die britische Autorin Helen Macdonald ist am Dienstag in London mit dem Costa-Literaturpreis für das "Buch des Jahres" 2014 ausgezeichnet worden.

Im Rennen um die renommierte und mit 30 000 Pfund (rund 40 000 Euro) dotierte Auszeichnung schlug die begeisterte Falknerin Macdonald mit ihrem autobiografischen Buch "H Is For Hawk" die Favoritin Ali Smith ("How To Be Both") aus dem Feld.

Für Smith blieb lediglich der Sieg in der Unterkategorie "Roman", während Zoe Gilbert für die beste Kurzgeschichte, Emma Healey für den besten Erstlingsroman "Elizabeth Is Missing" und Jonathan Edwards für seinen Lyrikband "My Family and Other Superheroes" geehrt wurden. Zum besten Kinderbuch wählte die Jury "Five Children On The Western Front" von Kate Saunders.

"Das Buch ist brillant geschrieben, es fesselt den Leser", sagte der Jury-Vorsitzende Robert Harris über Helen Macdonalds Autobiografie. In ihrer Autobiografie beschreibt die Autorin aus Cambridge, wie sie - schon als Siebenjährige der Falknerei zugetan - versucht, einen Habicht zu zähmen. Die Entscheidung der Jury in dem nach dem Booker-Preis zweitwichtigsten britischen Literaturwettbewerb sei im ersten Wahlgang mit klarer Mehrheit erfolgt, sagte Harris.

Helen Macdonald hatte sich schon als Jugendliche wissenschaftlich mit Raubvögeln beschäftigt. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters im Jahr 2007 wurde ihr die Falknerei noch wichtiger. Sie fuhr nach Schottland und kaufte für 800 Pfund einen Habicht. Zurück in England stöpselte sie das Telefon aus und isolierte sich von der Außenwelt - ihre Gedanken waren bei ihrem toten Vater - und bei ihrem Habicht.

"Ich verwandelte mich selbst in einen Habicht", sagt die Autorin über diese Zeit. Macdonald hatte sich von ihrem Autoren-Kollegen T.H. White inspirieren lassen. Er hatte mit dem Buch "Der Habicht" 1951 bereits ein viel beachtes Buch zum Thema vorgelegt.