Lübeck - Die meisten Menschen hielten den Untergang der "Titanic" für das schwerste Schiffsunglück aller Zeiten, sagt die Direktorin der Städtischen Galerie Danzig, Iwona Bigos. "Von der "Wilhelm Gustloff" haben viele noch nie gehört", sagt Bigos.

Sie ist Mit-Kuratorin der Ausstellung "War eigentlich ein schönes Schiff", die vom 29. Januar an im Lübecker Günter-Grass-Haus zu sehen ist. Ausgehend von Grass\' Novelle "Im Krebsgang", die das Schicksal der Flüchtlinge auf der "Wilhelm Gustloff" thematisiert, zeigt die Ausstellung auch, wie zeitgenössische Künstler aus den Nachbarländern das Thema sehen.

Anlass der Ausstellung ist der 70. Jahrestag des Untergangs des einstigen Kreuzfahrtschiffes. Mit vermutlich mehr als 10 000 Menschen an Bord war das Schiff am 30. Januar 1945 in der Danziger Bucht von dem sowjetischen U-Boot "S-13" angegriffen und mit drei Torpedo-Treffern versenkt worden. Mehr als 9000 Menschen - zumeist Frauen und Kinder auf der Flucht vor der Roten Armee - starben in der eiskalten Ostsee. Nur etwa 1200 Menschen konnten gerettet werden.

In der Ausstellung, die 2014 bereits in der Städtischen Galerie Danzig gezeigt wurde, sind unter anderem sieben verschiedene Fassungen des Originalmanuskripts und das von Grass akribisch recherchierte Hintergrundmaterial zu sehen. Der zweite Teil der Ausstellung zeigt Reflexionen zeitgenössischer Künstler aus Polen, Russland, Deutschland und Schweden über den Untergang der "Wilhelm Gustloff". Die Ausstellung ist bis zum 27. September zu sehen.