Berlin - Die russische Schriftstellerin Olga Martynova ist Trägerin des diesjährigen Berliner Literaturpreises.

Der Autorin gelinge es, "mit überbordender Fantasie und traumwandlerischer Leichtigkeit" gängige Themen wie Herkunft, Liebe oder Familie in ein großes Erzähluniversum zu verwandeln, befand die Jury.

Der mit 30 000 Euro dotierte Preis der Berliner Stiftung Preußische Seehandlung soll am Mittwochabend im Roten Rathaus verliehen werden. Die 52-Jährige hat auch die mit der Auszeichnung verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für das anstehende Sommersemester angenommen.

Olga Martynova, aufgewachsen in Leningrad, war 1991 nach Deutschland gezogen und lebt in Frankfurt am Main. Gedichte schreibt sie auf Russisch, Prosa auf Deutsch. Ihr Roman-Debüt "Sogar Papageien überleben uns" kam 2010 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Für ein Kapitel aus "Mörikes Schlüsselbein" gewann sie 2012 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Bisherige Preisträger waren etwa Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Sibylle Lewitscharoff und Hans Joachim Schädlich.