Köln - "Du lässt mich alles vergessen, was in meinem Kopf rumsteht" heißt es in einem eingängigen Liedtext aus Herbert Grönemeyers aktuellem Album. Doch wie sind die Lyrics aus "Dauernd jetzt" entstanden? Kennt der erfolgreiche Musiker Schreibblockaden?

Darüber will Grönemeyer zum Auftakt der Lit.Cologne mit dem Dichter Michael Lentz sprechen. Nachdem Michel Houellebecq und T.C. Boyle schon vor Wochen in Köln waren und den Countdown einleiteten, geht das Literaturfest am Mittwoch (11. März) offiziell los.

Mehr als 200 Veranstaltungen an elf Tagen sind im Angebot. Frank Schätzing, Martin Suter, Nick Hornby, Jussi Adler-Olsen und Uwe Timm stehen unter anderem auf dem Programm. Zur 15. Ausgabe erwarten die Veranstalter mehr als 100 000 Besucher.

"Unterhaltende Literatur ist dabei, aber auch Ernstes kommt nicht zu kurz", sagt Rainer Osnowski, einer der drei Geschäftsführer der Lit.Cologne. Sein Ziel: Das geschriebene Wort soll im Mittelpunkt stehen. Eine ganze Stadt soll über Literatur sprechen. Dabei ist das Festival schon seit langem über die Grenzen Kölns hinaus bekannt. Die Vorverkaufsstellen zählen mehr und mehr Buchungen aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz.

Osnowski erklärt sich die Beliebtheit mit "einzigartigen Kompositionen" aus Prominenten und Sprache: Der Abend mit Grönemeyer und Lentz sei ein gutes Beispiel dafür. "Dichten - Dauernd jetzt" lautet der Titel der Veranstaltung - ganz in der typischen Tonalität Grönemeyers.

Viele weitere ungleiche Paare kommen zu Lesungen zusammen: Die Moderatoren Roger Willemsen und Katrin Bauerfeind beschäftigen sich mit der literarischen Dimension von Kontaktanzeigen. Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, diskutiert mit dem Bestseller-Autor Frank Schätzing über den Nahost-Konflikt.

Zu den Besonderheiten des Literaturfestivals zählen auch wieder die ungewöhnlichen Veranstaltungsorte. Diesmal dabei ist eine Reitschule, das Polizeipräsidium und der Kölner Dom.