Staucha - Die "DDR-Bibliothek" des ehemaligen "Tatort"-Kommissars Peter Sodann wächst und wächst: Mittlerweile stehen knapp eine halbe Million Bücher in den Regalen seiner Bibliothek im sächsischen Staucha - sorgfältig geordnet und katalogisiert.

In einem alten Rittergut, im ausgebauten Heuboden eines ehemaligen Kuhstalls, will der 78-Jährige alle Werke zeigen, die zwischen 1945 und 1989 in der DDR gedruckt wurden und in den Buchhandel kamen. "Die Bücherspenden reißen nicht ab", sagte Sodann der Deutschen Presse-Agentur.

Beinahe täglich würden Kisten voller Bücher angeliefert. Dafür hat Sodann vor allem eine Erklärung: "Jetzt sterben viele Ältere, die noch in der DDR gelebt haben und ihre Bücher vererben." Oft könnten Kinder und Enkel nur wenig damit anfangen - und dann landen die Bücher bei Sodann. Der Sachse selbst hat seit dem Mauerfall Tausende Bücher gesammelt, die als "DDR-Bücher" ansonsten auf dem Müll gelandet wären. Im Mai 2012 eröffnete er seine Bibliothek in Staucha.

"Die Vergangenheit kann nicht einfach weggewischt werden. 45 Jahre sind 45 Jahre", sagt Sodann, der seit Jahren für die Linke aktiv ist, etwa 2009 als Kandidat fürs Bundespräsidentenamt.

Rund 40 Bananenkisten kommen im Monat in Staucha an - das entspricht etwa 1000 Büchern. Weil er auch ein Antiquariat betreibt, gehen auch schon einmal Anfragen von weit her ein. "Aus Amerika wurde schon des öfteren "Das Kapital" von Karl Marx angefordert", erzählt Sodann.

Auf der Leipziger Buchmesse liest Sodann aus dem Krimi "Kellerkind" von Nicole Neubauer. In seinem eigenen Theater, das er in der umgebauten Scheune eingerichtet hat, steht er regelmäßig auf der Bühne. Um Regale, Büros, Helfer und Computer zu finanzieren, ist er auf Spenden und Sponsoren angewiesen.