Staufen - Der Dichter Paulus Böhmer ist mit dem diesjährigen Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik ausgezeichnet worden. Allerdings konnte der 78-Jährige aus Krankheitsgründen die Auszeichnung am Donnerstag nicht selbst entgegennehmen.

Der in Frankfurt am Main lebende Böhmer bekam die mit 10 000 Euro dotierte Ehrung für seinen Gedichtband "Zum Wasser will alles Wasser will weg" zugesprochen. Dieses Werk sei wortgewaltig und bildgenau, sagte ein Sprecher der Jury in Staufen bei Freiburg. Es sei eine "herausragende Neuerscheinung des Jahres 2014".

Böhmer sei es gelungen, in seinen Gedichten mit furioser Kraft und mythischer Wucht eine vielstimmige Hymne auf das Leben zu schreiben, urteilte die Jury. Er vereine Vergangenheit und Gegenwart, zudem schreibe er gegen die Verdrängung. Damit stehe sein Gedichtband einzigartig in der heutigen Literaturlandschaft. Erschienen ist er im Verlag Peter Engstler.

Die nach dem Lyriker Peter Huchel (1903-1981) benannte Auszeichnung ist einer der bedeutendsten Preise für Lyrik im deutschsprachigen Raum. Das Land Baden-Württemberg und der Südwestrundfunk (SWR) verleihen sie seit 1984 jährlich in Staufen. Huchel hatte hier von 1972 bis 1981 seine letzten Lebensjahre verbracht.

Ausgezeichnet wird jeweils ein herausragendes Werk des Vorjahres. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling, Oskar Pastior und Friederike Mayröcker. Vor einem Jahr hatte der Schriftsteller Steffen Popp den Preis erhalten.