Bogotá - Auf einer Buchmesse in Bogotá haben Unbekannte ein vom kolumbianischen Autor Gabriel García Márquez signiertes Exemplar der Erstausgabe von "Hundert Jahre Einsamkeit" gestohlen.

Das Buch sei aus einer gesicherten Vitrine der Schau entwendet worden, die dem vor einem Jahr gestorbenen Literaturnobelpreisträger gewidmet ist, hieß es am Sonntag in Medienberichten. "Das Exemplar hat einen unschätzbaren Wert und darf nicht in den Handel gelangen", sagte der Buchhändler Álvaro Castillo. Sein Freund García Márquez hatte ihm den Roman aus dem Jahre 1967 mit einer persönlichen Widmung geschenkt.

Die Familiensaga "Hundert Jahre Einsamkeit" hatte Márquez weltberühmt gemacht und zu einem Boom der lateinamerikanischen Literatur beigetragen. Zudem bescherte der im fiktiven Urwalddorf Macondo angesiedelte Roman ihm 1982 den Nobelpreis. Die Erstausgabe bestand laut Medienberichten aus 8000 Exemplaren.

Nach dem Raub seien die Wachleute angewiesen worden, die Besucher am Messeausgang zu kontrollieren, schrieb die Zeitung "El Tiempo". Das Buch blieb aber verschwunden. Diebe hätten auch versucht, ein wertvolles Exemplar des García-Márquez-Romans "Die böse Stunde" zu stehlen. Das Schloss der Vitrine war demnach bereits abmontiert worden. Weil aber Polizisten in der Nähe waren, zogen die Täter unverrichteter Dinge davon, wie es weiter hieß.