New York - Die Pariser Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" ist trotz Kritik zahlreicher US-Schriftsteller mit dem PEN-Preis für Mut und Meinungsfreiheit ausgezeichnet worden.

Zwei Mitarbeiter der Zeitschrift, auf die im Januar ein Anschlag islamistischer Terroristen mit zwölf Toten verübt worden war, nahmen den Preis unter minutenlangem Applaus entgegen, wie die "New York Times" berichtete. "Geschockt zu sein, ist Teil der demokratischen Debatte. Beschossen zu werden, nicht", sagte "Charlie Hebdo"-Chefredakteur Gérard Biard bei der Gala-Veranstaltung am Dienstagabend (Ortszeit).

Mehrere Schriftsteller, darunter Michael Ondaatje, Teju Cole und Rachel Kushner, hatten aus Protest gegen die Ehrung ihre Teilnahme an der Preisgala abgesagt und damit für Wirbel und Schlagzeilen gesorgt. Kushner begründete das mit der "kulturellen Intoleranz" der Zeitschrift. Die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" hatte immer wieder religionskritische Karikaturen veröffentlicht.

Der Schriftstellerverband PEN hatte die Auszeichnung stets verteidigt. "Die Verteidigung von Menschen, die umgebracht werden, weil sie freie Meinungsäußerung betreiben, ist der Kern dessen, wofür PEN steht", sagte der Präsident des Schriftstellerverbands, Andrew Solomon, bei der Gala.