Münster - Mit dem "Preis für Internationale Poesie" hat die Stadt Münster den US-amerikanischen Lyriker Charles Bernstein und seine Übersetzer ausgezeichnet. Der 1950 in New York geborene Dichter nahm den mit 15 500 Euro dotierten Preis am Sonntag zum Abschluss einen Lyrikertreffens entgegen.

Die Jury würdige mit dem Preis, wie souverän und risikoreich Bernstein mit den literarischen Formen und Genres experimentiere, teilte die Stadt mit. Bernstein gilt als einer der führenden Köpfe der Avantgarde-Bewegung Language Poetry.

Die Protagonisten zielen darauf ab, dem Leser den Gebrauch von Sprache zu verdeutlichen. Bernsteins Werk umfasst von Dada angeregte Lautgedichte, Textcollagen sowie Verse, die Gesellschaft und Literaturbetrieb kritisieren. Das Preisgeld teilt sich der Lyriker mit zwei Übersetzerkollektiven: der Wiener Gruppe "Versatorium" um Peter Waterhouse sowie dem deutschen Dichterquartett Tobias Amslinger, Norbert Lange, Léonce W. Lupette und Mathias Traxler.

Der Preis wird alle zwei Jahre für einen Gedichtband und seine Übersetzung vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der karibische Literaturnobelpreisträger Derek Walcott oder der rumänische Autor Gellu Naum.