Berlin - Bundespräsident Joachim Gauck hat die Arbeit von literarischen Übersetzern als wichtigen Beitrag für das Verständnis der Kulturen gewürdigt.

Bei einem festlichen Abend im Schloss Bellevue nannte Gauck die literarische Übersetzung "Voraussetzung für Toleranz und Weltoffenheit". Zugleich forderte er mehr Wertschätzung für Übersetzerinnen und Übersetzer.

"Das Verdienst und der Verdienst" stünden in keinem gerechten Verhältnis, sagte Gauck, und zitierte damit am Mittwochabend den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog. Laut vorab verbreitetem Redemanuskript mahnte er Fortschritte auf dem Weg zu einer besseren ökonomischen Anerkennung der Übersetzungsarbeit an. "Übersetzung ist auch Handwerk, Knochenarbeit", sagte er.

Zu dem Treffen im Schloss Bellevue waren unter anderen der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy und die Autorin und Übersetzerin Terézia Mora eingeladen. Der Literaturkritiker Denis Scheck führte durch den Abend.

"Wir können einander verstehen", sagte Gauck. "Das ist die zentrale philosophische Bedeutung von Übersetzung, die aber gerade heute auch ungemein politische Bedeutung hat." Oft und manchmal zu schnell sei von einem Kampf der Kulturen die Rede. Doch Übersetzung mache deutlich: "Es gibt keine absolute Fremdheit, kein absolutes Nicht-Verstehen".