Weimar - Über 25 Jahre lang soll der Dichter, Staatsmann und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) erneut im Blickpunkt der Forschung stehen.

Unter dem Titel "Propyläen. Forschungsplattform zu Goethes Biographica" ist das Mammut-Projekt am Donnerstag in der Klassik Stiftung Weimar gestartet.

Auf der Grundlage von Zehntausenden Briefen, Tagebüchern und Gesprächsnotizen von und an Goethe solle ein Bild vom "Kosmos" seiner Zeit entstehen - von Literatur, Wissenschaft und Politik, sagte der Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs, Bernhard Fischer. Am Ende solle eine Online-Plattform wie auf einem "Zeitstrahl den ganzen Goethe in all seiner Prächtigkeit" aufzeigen.

Forscher und Interessierte sollen sich dann den Dichter chronologisch, mit Schlagwörtern oder über Lebensbereiche erschließen können - zum Beispiel seinen Alltag, seine wissenschaftlichen Arbeit oder auch Goethe als Liebhaber. Das Langzeitprojekt erkläre sich aus der Bedeutung Goethes, der in Literatur, Politik und Wissenschaft unterwegs gewesen sei. Dafür brauche es jedoch neue Quellenstudien.

Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder hatte das Projekt im Oktober 2014 beschlossen. Für das Vorhaben stehen jährlich rund 570 000 Euro bereit.