München - Eine eher düstere Bestandsaufnahme zur Situation der europäischen Sprachen hat der Sprachwissenschaftler Jürgen Trabant vorgelegt.

In seinem Buch "Globalesisch oder was?" kritisiert er vor allem die europäischen Eliten und ihren Drang, die europäische Mehrsprachigkeit einem globalen Englisch oder "Globalesisch" zu opfern.

Der Romanist stört sich in seiner kämpferischen Schrift vor allem an der rein ökonomischen Argumentation, nämlich dass es effizient und nützlich sei, nur Englisch zu lernen. Dieser "sprachsoziologische Kapitalismus" missachtet nach Meinung Trabants jedoch vollkommen die kulturelle Dimension von Sprachen. Der Autor plädiert für eine echte Mehrsprachigkeit.

Ob der Trend zur Gleichmacherei jedoch wirklich so groß ist, wie der Autor befürchtet, darf bezweifelt werden. Immerhin verweist er in seinem Buch auch auf erstaunliche Beispiele sprachlicher Selbstbehauptung und Wiedergeburt, etwa in Spanien bei Katalanen und Basken.

(Jürgen Trabant: Globalesisch oder was? Ein Plädoyer für Europas Sprachen. C.H. Beck Verlag, München, 240 Seiten, 18,95 Euro, ISBN 978-3-406-65990-4)