München - Der Maler Lucian Freud (1922-2011) hat es Biografen nicht gerade leicht gemacht.

Einmal verhinderte er in letzter Minute die Drucklegung einer bereits autorisierten Biografie. Ein anderes Mal setzte er sogar einen Gangster auf einen Reporter an, der ungefragt über ihn recherchierte, bis dieser das Projekt aufgab.

Da erging es Geordie Greig deutlich besser. Der Reporter der "Sunday Times" traf sich zehn Jahre lang regelmäßig mit Freud zum Frühstück und durfte sich Aufzeichnungen über die Gespräche machen. Sein Buch "Frühstück mit Lucian Freud" erschien allerdings erst nach dem Tod des Künstlers. Jetzt ist es auch auf Deutsch erhältlich.

Freud, einer der bedeutendsten Porträtmaler des 20. Jahrhunderts und Enkel von Sigmund Freud, lebte überaus intensiv. Leben und Werk verschwammen zu einer Einheit, was für die vielen Frauen an seiner Seite, aber auch die 14 Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen oft schwer zu ertragen war. Die Biografie vermittelt das Bild einer beeindruckend unangepassten, aber auch sehr egomanischen Persönlichkeit.

(Geordie Greig: Frühstück mit Lucian Freud. Nagel & Kimche Verlag, München, 272 Seiten, 21,90 Euro, ISBN 978-3-312-00609-0)