Berlin - Der jüdische Partisanenkampf im Zweiten Weltkrieg ist Thema von Aharon Appelfelds neuem Roman "Auf der Lichtung".

Appelfeld, der als Junge selbst in den ukrainischen Wäldern ums Überleben kämpfte, schreibt aus Sicht des 17-jährigen Edmund, der sich dem jüdischen Widerstand anschließt. Zusammen mit den Partisanen plant Edmund Überfälle auf die deutschen Besatzer. Schließlich bringt die Gruppe einen Zug mit totgeweihten Juden zum Entgleisen. Doch ihr größter Coup wird für die Partisanen schnell zu einem kaum lösbaren Problem. Denn wie sollen sie die kranken und ausgehungerten Menschen mit Nahrung versorgen?

Appelfelds Buch ist weniger ein Abenteuer- als ein Entwicklungsroman über einen Jungen, der unter extremen Bedingungen zum Mann heranreift. Der israelische Autor erweist sich zudem als psychologischer Meister, etwa in seinen Porträts des unerschrockenen Kommandanten Kamil, der alten Schamanin Zirl oder jenes Partisanen Danzig, der sich hingebungsvoll um einen stummen Zögling kümmert.

- Aharon Appelfeld: Auf der Lichtung, Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 320 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-87134771-9.