Reinbek - Im September 1941 befiehlt der Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich, den Kriminalbeamten Bernie Gunther zu sich auf seinen Prager Amtssitz, weil es einen Anschlag auf sein Leben gegeben hat.

Kurz nach Gunthers Ankunft wird Heydrichs Adjutant erschossen aufgefunden. Für Gunther beginnt eine dramatische Suche nach dem Täter, denn den grausamen SS-Führer zu enttäuschen, könnte fatale Folgen für ihn haben.

In Philip Kerrs neuem Kriminalroman "Böhmisches Blut" aus der Reihe um Bernie Gunther wird dem Leser ein spannender Kriminalfall im Stile klassischer englischer Whodunnits der 1930er Jahre präsentiert. Auch die Beschreibung des historischen Umfeldes, der unsäglichen Barbarei des Nazi-Regimes und seiner gewissenlosen Vertreter, gelingt dem Autor hervorragend. Irritierend ist jedoch sein Bemühen, Bernie Gunther als coolen Ermittler im Sinne amerikanischer hard-boiled Krimis darzustellen. Eine allzu schnoddrige Sprache und eine teils völlig missglückte Metaphorik wirken störend.

- Philip Kerr: Böhmisches Blut, Wunderlich Verlag, Reinbek, 480 Seiten, 19,95 Euro, 978-3-8052-5042-9.