Stuttgart - In vielen Familien gibt es das "schwarze Schaf": ein Mitglied wird ausgegrenzt und benachteiligt. Der Münchner Psychotherapeut Peter Teuschel spürt in seinem Buch diesem verbreiteten Phänomen nach.

Er erkennt ganz unterschiedliche Gründe, warum jemand zum schwarzen Schaf werden kann. Etwa weil ein Kind als Sündenbock für Beziehungsprobleme herhalten muss, weil es im Schatten von Geschwistern steht, die größere Aufmerksamkeit erheischen, oder weil es einfach zum falschen Zeitpunkt auf die Welt kam. Daneben gibt es auch sogenannte weiße oder bunte Schafe: Ein Überflieger, der in einer Durchschnittsfamilie zum Außenseiter wird oder eine Künstlernatur, die von Eltern und Geschwistern als Sonderling ins Abseits gestellt wird. Immer aber sind es schmerzvolle Erfahrungen, die bei den Ausgegrenzten meist mit Schuldgefühlen verbunden sind. Teuschel erzählt in "Das schwarze Schaf" anschaulich aus der Praxis und zeigt den Betroffenen Wege zu einer positiven Selbstwahrnehmung auf.

Peter Teuschel: Das schwarze Schaf. Benachteiligung und Ausgrenzung in der Familie, Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart, 304 Seiten, 21,95 Euro, ISBN 978-3-608-94802-8