Köln - Vor einigen Jahren ging sein Name in einem sehr unschönen Zusammenhang durch die Presse, nämlich als Beispiel für den grassierenden Rassismus in Ostdeutschland. Ibraimo Alberto, Ausländerbeauftragter der brandenburgischen Stadt Schwedt, flüchtete vor dem rechtsradikalen Mob nach Karlsruhe.

Als Sozialarbeiter fand er dort eine neue Heimat. Jetzt hat der gebürtige Mosambikaner seine außergewöhnliche Lebensgeschichte in einem Buch veröffentlicht. "Ich wollte leben wie die Götter" schildert dabei nicht nur Albertos Zeit als erfolgreicher Boxer in der DDR, es ist auch eine Spurensuche nach seinen verschütteten afrikanischen Wurzeln. Alberto besuchte die Schauplätze seiner Kindheit wieder. Er wuchs als Sohn eines Medizinmannes im Dschungel auf, musste sich den Schulbesuch gegen Widerstände erkämpfen. Trotz der erschütternden Erfahrungen in Schwedt, wo man ihm und seiner Familie nach dem Leben trachtete, stellt sein Buch keine Abrechnung dar, vielmehr ist es ein Plädoyer für Menschlichkeit und gegenseitigen Respekt.

Ibraimo Alberto (mit Daniel Bachmann): Ich wollte leben wie die Götter. Was in Deutschland aus meinen afrikanischen Träumen wurde, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 256 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-462-04624-3