Berlin - Etwa 5000 westliche Besucher kommen im Jahr nach Nordkorea. Eine verschwindend kleine Zahl, wenn man bedenkt, dass allein der Kölner Dom jeden Tag 16 000 Touristen anzieht.

Der TV-Autor und Comedy-Coach Christian Eisert war einer dieser wenigen Nordkorea-Besucher. Allerdings bekamen er und seine Kollegin Thanh Hoang ihr Visum nur, weil sie sich nicht als Journalisten ausgaben. Das Ergebnis ihrer 1500 Kilometer langen Reise durch das unheimliche Reich des Kim Jong Un ist nun in dem Buch "Kim & Struppi" nachzulesen. Es ist wie zu erwarten voller Skurrilitäten. Einer der Höhepunkte der streng reglementierten Tour war der Besuch im Museum der Geschenke an den "Großen Führer", zu den "Kostbarkeiten" zählen ein Porzellangeschirr von Honecker und ein silberner Sattel von Gaddafi. Weitere Bizarrerien werden ausgebreitet, manches ist zum Schmunzeln, aber oft bleibt einem das Lachen auch im Halse stecken. Bei den beiden Reisenden hinterlässt der ständige Anpassungsdruck seine Spuren, am Ende kommt es fast zum Zerwürfnis.

Christian Eisert: Kim & Struppi. Ferien in Nordkorea, Ullstein Verlag, Berlin, 320 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-86493-020-1