München - In einer Familiengeschichte behandelt Hera Lind das berührende Thema Alzheimer. Lisa und Hannah sind Zwillingsschwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Lisa ist die taffe, weltoffene Karrierefrau, die in Salzburg ein florierendes Reiseunternehmen aufgebaut hat. Die spießige Hannah dagegen ist als Bestatterin in der Kleinstadt an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze hängengeblieben. Als Hannah Urlaub machen will, muss sich Lisa um die an Alzheimer erkrankte Mutter kümmern. Ehe sie sich versieht, wird sie mit verwickelten Familiengeheimnissen konfrontiert, die bis in den Kalten Krieg zurückreichen.

Hera Linds Roman "Verwandt in alle Ewigkeit" spielt abwechselnd auf zwei Ebenen, zum einen in der Gegenwart, zum anderen in den beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg mit der bewegenden Geschichte von Lisas Mutter. Dank des ihr eigenen Humors und der Selbstironie ihrer Heldin gelingt es der Autorin, selbst ein so bedrückendes Sujet wie Alzheimer noch unterhaltsam zu verpacken.

Hera Lind: Verwandt in alle Ewigkeit, Diana Verlag, München, 420 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-453-29123-2