Frankfurt am Main - Sie heißen Mohamed, Jerry und Armstrong und sie alle träumen von einem besseren Leben in Europa. Dafür nehmen sie unvorstellbare Strapazen in Kauf, wagen sich quer durch die Wüste und auf wackligen Schlauchbooten übers Mittelmeer.

Die Berliner Regisseurin Miriam Faßbender hat einen Dokumentarfilm über afrikanische Flüchtlinge gedreht und ihre aufwühlenden Erlebnisse in einem Buch festgehalten. "2850 Kilometer" heißt ihr bewegendes Tagebuch.

Ihre Reise beginnt im bitterarmen Mali und führt weiter nach Algerien und Marokko, wo viele der Flüchtlinge stranden, so nah an Europa und doch unerreichbar fern. Faßbender bleibt immer ganz dicht an den Menschen und zeigt so die grausame Seite europäischer Flüchtlingspolitik. Gleichzeitig lässt sie den Leser beschämt zurück angesichts des Mutes und der Aufopferungsbereitschaft, mit dem viele Afrikaner ihren Traum verfolgen: "Nichts und niemand wird uns stoppen können, solange sich unsere Perspektiven unten nicht ändern."

- Miriam Faßbender: 2850 Kilometer. Mohamed, Jerry und ich unterwegs in Afrika. Tagebuch einer Flucht, Westend Verlag, Frankfurt am Main, 288 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-86489-057-4.