Berlin Die ägyptischen Pyramiden zählen zu den beeindruckendsten Monumenten des menschlichen Willens, sich über Zeit und Natur zu erheben.

Das bekannteste dieser königlichen Grabmäler, das des Pharaos Cheops, steht im Mittelpunkt des Kurzromans "Die Pyramide" von Ismael Kadare. Der albanische Autor zeichnet ein düsteres Bild einer durch und durch repressiven Gesellschaft, in der das von vielen Geheimnissen umgebene Pyramidenprojekt nur ein weiteres Mittel ist, um die Menschen zu unterdrücken. "Die Pyramide" ist kein klassischer Roman, dazu fehlen durchgängige Handlung und Hauptfiguren, sondern eher eine Ansammlung von Beschreibungen von Unterdrückungssituationen, die nicht nur im alten Ägypten, sondern zu jeder Zeit und in jedem Staat angesiedelt sein könnten.

Ismael Kadare: Die Pyramide. S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 160 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-10-038410-2