Berlin Als Elli erfährt, dass ihre Mutter Krebs und nur noch sechs Monate zu leben hat, ist sie 17 Jahre alt und voll in der Pubertät. Schon vor der todbringenden Diagnose ist die Beziehung der beiden Frauen äußerst angespannt gewesen.

Die alleinerziehende Marlene hat ihrer Tochter nie die "ganz normale" Mutter sein können, die Elli sich immer gewünscht hat. Nun wird alles noch schlimmer. Wie umgehen mit dem Sterben? Elli schwankt zwischen Wut, Verwirrung und Verzweiflung, Marlene zwischen Aktivismus und überspielter Angst. Dazu kommt die Sprachlosigkeit der zwei.

Die Journalistin Christina Haacke, die selbst ihre Mutter früh verloren hat, erzählt die fiktive Geschichte eines Abschiednehmens ohne Pathos, aus mehreren Blickwinkeln und Zeitperspektiven. An die vielen Halbsätze muss man sich allerdings gewöhnen. Am Ende steht ein Fragezeichen, doch soviel ist klar: Die inzwischen 30-jährige Tochter ist nun bereit, sich mit ihrer toten Mutter auszusöhnen und den vererbten Koffer zu öffnen.

- Christina Haacke: Der Koffer meiner Mutter. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, 256 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-86265-340-9.