München - Um Recht und Unrecht, Täter und Opfer geht es in Ferdinand von Schirachs Essayband "Die Würde ist antastbar". Das Buch vereint 13 Essays des Juristen und Bestsellerautoren, die zwischen 2010 und 2013 im "Spiegel" erschienen sind.

Ebenso geistreich wie pointiert und unterhaltsam nimmt von Schirach darin zu vielen juristischen und gesellschaftspolitischen Themen Stellung, die in den Medien für heftige Diskussionen sorgten. Dazu gehören etwa Prozesse gegen Prominente wie Jörg Kachelmann oder der Fall des Kindermörders Gäfgen, dem man mit Folter drohte.

Von Schirachs Kernthese: Die westliche Welt, ihre Freiheit und ihr Selbstverständnis entscheiden sich an ihrem Umgang mit dem Recht. Andere Essays geben ungewohnt persönliche Einblicke in seine Arbeit als Schriftsteller oder das Verhältnis des Autors zu seinem berüchtigten Großvater, dem NS-Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Es ist übrigens der einzige Artikel, den von Schirach je über ihn schrieb und es wird seinen Worten nach auch der letzte sein.

- Ferdinand von Schirach: Die Würde ist antastbar, Essays, Piper Verlag, München, 144 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-492-05658-8.