Berlin - Gunna Wendt hat schon einige interessante Frauenbiographien geschrieben, so über Maria Callas oder die Furtwängler-Frauen. In ihrem neuen Buch widmet sie sich der letzten Zarin Alexandra von Russland (1872-1918), die vor allem durch ihre dubiose Beziehung zu dem Wunderheiler Rasputin bekannt ist.

Die Autorin zeigt die gebürtige Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt als eine intelligente und tatkräftige Frau, die durch den frühen Tod ihrer Mutter ihre jugendliche Leichtigkeit einbüßte. Mit ihrem steifen Auftreten gelang es Alexandra nie, die Herzen der Russen zu gewinnen. Spontan, herzlich und heiter zeigte sie sich dagegen im Privaten, vor allem in ihrer durch zahlreiche Briefe gut dokumentierten Liebesbeziehung zu Zar Nikolaus II.

Das Zarenpaar führte auch ein inniges, modernes Familienleben. Die Biografie ist flüssig geschrieben, doch werden die politisch so dramatischen Jahre in Russland vor und während der Revolution nur oberflächlich geschildert. Auch das Kapitel Rasputin wird erstaunlich knapp abgehakt.

- Gunna Wendt: Alexandra die letzte Zarin. Insel Verlag, Berlin, 220 Seiten, 10,99 Euro, ISBN 978-3-458-360209.